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Experten-Führung

Zwischen Sehnsucht und Selbsttäuschung: Die Reise als Spiegel

Dialogische Führung mit Lesepassagen

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mit Valentin Groebner

Er wird in der Schweiz erfunden, der Tourismus in der uns bekannten Form als Reisen zum Vergnügen, vor etwa 180 Jahren. Der Konsum vermeintlicher unberührter Natur und spektakulärer Landschaften brauchte die technische Infrastruktur der industriellen Revolution: die Dampfmaschine, das Grand Hotel und die Fotografie. Die vorgefertigten Sehnsuchtsbilder der «Fremdenindustrie», wie sie im 19. Jahrhundert hiess, prägen die Wünsche nach dem Reisen als grosser Veränderung und persönlicher Erfüllung bis heute – samt den Widersprüchen, die sie erzeugen. Klagen über die Zerstörung des Ursprünglichen durch seine begeisterten Besucherinnen und Besucher haben den Tourismus in der Schweiz von Anfang an begleitet, ebenso wie das Unbehagen an der dadurch erzeugten hektischen Beschleunigung. Was lässt sich daraus lernen?

  • Die Anzahl Teilnehmende ist beschränkt – online Reservationen haben Vorrang.
  • Eintritt inkl. Führung CHF 13 für Erwachsene
  • Kinder & Jugendliche bis 16 Jahre kostenlos

Forum Schweizer Geschichte Schwyz

Zeughausstrasse 5
6430 Schwyz

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+41 41 819 60 11

Valentin Groebner

Valentin Groebner, geboren 1962 in Wien, lehrt Geschichte an der Universität Luzern. In seinen Büchern verknüpft er die Erforschung der Vergangenheit mit Phänomenen der Gegenwart, unter anderem in «Retroland. Tourismus, Geschichte und die Sehnsucht nach dem Authentischen» (2018), «Ferienmüde. Als das Reisen nicht mehr geholfen hat» (2020) und «Abgefahren. Reisen zum Vergnügen» (Wallstein Verlag 2025). Er lebt und arbeitet in Luzern.

Die Ausstellung

Wie wurde die Schweiz zum beliebten Reiseziel? Die Ausstellung führt die Besuchenden auf eine Zeitreise durch prägende Stationen der Schweizer Tourismusgeschichte – von den Grand Tours englischer Aristokraten bis zu den Instagram-Hotspots unserer Zeit. Unterwegs begegnen sie wegweisenden Ereignissen, die das Reisen in die Schweiz ermöglicht, gefördert, zeitweise verhindert und grundlegend verändert haben.

Im Zuge von Aufklärung und Romantik wandelte sich das Alpenland vom Transitraum zum Reiseziel. Die alpine Landschaft wird als Ort unberührter Natur und Sicherheit idealisiert. Bis heute prägt dieses Bild das touristische Selbstverständnis der Schweiz. Die Ausstellung erzählt von frühen Reisenden wie Johann Wolfgang von Goethe, von Besteigungen noch unbezwungener Viertausender durch britische Alpinisten sowie von den luxuriösen Hotelpalästen der Belle Époque. Im 20. Jahrhundert wird das Reisen endgültig zum Massenphänomen – von der Camping-Reise ins Tessin bis zum Skiurlaub in den Bergen. 

Heute steht die Tourismusbranche im Spannungsfeld zwischen Erfolg und Verantwortung: Klimawandel, globale Krisen und Digitalisierung verändern das Reisen kontinuierlich. Themen wie Schneemangel, «Kalte Betten» und «Overtourism» sind Herausforderungen, denen sich die Tourismusindustrie zu stellen hat. Die Ausstellung bietet Raum, über das eigene Reiseverhalten und die Zukunft des Reiselands Schweiz nachzudenken.

Details zur Ausstellung